Premiumwanderwege - Sinn und Unsinn

Habe mir einfach mal erlaubt den Gästebucheintrag ins Forum zur freien Diskussion zu stellen. Ich denke es war in ihrem Sinne!
->PWB

Prosit Neujahr 2007 an alle "Walking Boys" und - Girls!
Vielleicht könnt Ihr mit meinem obigen Thema was anfangen und den LINK darauf oder meine www unter "Links" > "Die Pfalz ... " eintragen. Eure Meinung, walking boys und Besucher, würde mich natürlich interessieren. Vielleicht sehen (und hören) wir uns mal in der "goldisch Palz"; ich bin "der Lange von do hinne raus mit der Giddaa".
"Wald Heil!" ;-) Hans (Sarländche)

neimodische Ferz

Hallo "Wanderhans",

vielen Dank für Deinen Gästebucheintrag.
Die Geschehenisse um die sog. "Premiumwanderwege" verfolgen wir auch schon
seit geraumer Zeit, die Rheinpfalz berichtet in regelmäßigen Abständen
darüber.
Wir halten prinzipiell nichts von einer Zertifizierung, die den Steuerzahler sehr viel Geld kostet und deren Kosten in den meisten Fällen nicht im Verhältnis zum sog. "Nutzen" steht. Im Laufe der Berichterstattung in der Rheinpfalz waren sogar weitaus größere Kosten/ Kilometer genannt als die angeführten 1800€.
Die tatsächlichen Kosten wird man uns wahrscheinlich niemals nennen.
Was macht unserer Meinung einen guten Wanderweg aus:
Es sollte ein Pfad sein, der sich auf Grund eines weichen Bodens gut begehen lässt und der auf Grund seiner Breite keine anderen Verkehrsteilnehmer außer Wanderer zulässt.
Er ist abwechslungsreich und befindet sich in Abgeschiedenheit. Lichter Laubwald wechselt mit dichtem Tannen-/ Fichtenwald und Wiesen.
Im Umkreis von ca. 1 Stunde Gehzeit befindet sich eine
Schutzhütte. Bänke die sehr stark der Witterung ausgesetzt sind halten wir
dagegen nicht unbedingt für notwendig.
Aussichtsplätze müssen allerdings bei jeder Wanderung vorhanden sein. Ebens o wichtig ist die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV.
Breite Wege (geschottert oder geteert) mögen wir dagegen auch nicht. Momentan unvorstellbar für uns den Wanderweg Deutsche Weinstraße komplett zu erwandern.
Allerdings: Deswegen muss man nicht extra schmale Wege daneben "pflanzen",
wodurch Bäume gefällt werden müssen und zusätzlihe Erossionsflächen entstehen.
Bewirtschaftete Hütten sind eine schöne Sache. Besonders im Winter
urgemütlich, wärmend und der Geselligkeit dienend. Im Sommer ist es allerdings viel schöner an einem einsamen Ort zu verweilen und die Natur zu genießen.
Auch mögen wir weniger jene Hütten die theoretisch mit dem Auto zu erreichen sind sowie ohne maßgebliches zutun per pedes. Diese Hütten gibt es in rauen Mengen im Bereich der Ober- und Mittelhaardt und die KALUMA- Blechlawinen sind richtig nervig.
Wir hoffen, dass es in der Pfalz niemals einen "Pfalzsteig" geben wird der zu vielen Teilen neu aus dem Boden gestampft wird. Wir empfinden den Pfälzerwald als ausreichend touristisch erschlossen und wünschen uns sogar an manchen Stellen eine gewisse "Abspeckung" des Tourismus.
Wir sind Zufrieden mit der Arbeit des PWV und dankbar für die gut markierten Wege und die in ausreichendem Maße vorhandenen Hütten.
So neimodische Ferz brauche ma net.

In diesem Sinne,

PWB

Hört sich interresant an

Hallo, bin nach einiger Zeit auch mal wieder hier und habe gerade von dem besagten Projkt erfahren. Kann mal jemand grob beschreiben um was es da eigentlich geht? War auch schon auf der Seite von Wanderhans um mich zu informieren hab aber leider nichts gefunden....

Link

Hallo A.B,
schön wieder von Dir zu lesen! Hier der Link zur Wanderhans´schen Definition der Premiumwanderwege:
http://www.wandernmithans.de/PREMIU_1/premiu_1.HTM
Solltest Du darüber hinaus noch Informationsbedarf haben, so kann Dir sicher der Bernd ein wenig weiterhelfen.
Bin auf deine Meinung gespannt!
MfG
Daniel

Leserbrief

Hallo A.B.,
liebe Wandergemeinde,

vorab eine kurze Entschuldigung da es erst jetzt mit unserer Diskussion weitergeht. Wir wollten unseren Leserbrief an die Rheinpfalz abwarten. Dieser wurde heute gedruckt. Anlass also, diesen ins Forum zu stellen und die Problematik kontrovers zu diskutieren. Wir freuen uns schon drauf:

"Michael Andrack hat Recht wenn er behauptet, seine Wanderung in der
Pfalz, vor allem im Bereich von Johanniskreuz war öde und langweilig (auch
wenn man das als Pfälzer nicht unbedingt zu hören vermag). Breite, schier
endlos lange Forstwege sind nicht das, was das Wanderherz begehrt. Doch ist
es gerade in diesem Bereich die Ruhe die man findet. Und ein Blick auf die
Landkarte vorab verrät, dass es hier wohl nicht so hektisch zugeht. Soll
also ein Premiumwanderweg mitten durch den Pfälzerwald verlaufen, so müsste
man noch einige "touristische Highlights" aus dem Boden stampfen. Wir können eigentlich nur hoffen das dies nicht passiert.

Realistisch betrachtet müsste der zu konzipierende Premiumwanderweg über die Haardt bzw. entlang der Weinstraße und im Wasgau verlaufen. In diesem
Bereich ist die erforderliche Abwechslung sicherlich vorhanden. Auch findet
man hier eine breit angelegte touristische Infrastruktur. Aber gerade im
Bereich der Haardt ist nach unserem Empfinden ein Überlauf an Tagestouristen festzustellen, denen es scheinbar weniger um das Auskosten der Natur in Form einer ausgedehnten Wanderung, sondern vielmehr um die kulinarischen Genüsse der jeweiligen Hütten und Forsthäuser geht.
Die Wanderparkplätze sind an manchen Wochenenden so voll, dass man als
ÖPNV-nutzender Wanderer einen Fremdkörper zwischen den ganzen nach einem
geeigneten Parkplatz suchenden Autofahrern darstellt. Auf den direkten Wegen zu den Hütten muss man ständig ausweichen. Die Hütten sind oft restlos überfüllt. Dies kann eigentlich nicht im Sinne einer nachhaltigen
Waldnutzung sein. Müssen also auf gedeih und verderb noch mehr Leute dorthin gelockt werden?

Wir halten die Erstellung eines Fernwanderwegs für unnötigen Aktionismus mit dem Steuergelder in Agenturen und andere nicht durchschaubare Instanzen
verschwendet werden. In der Hauptsache soll er wohl der besseren Vermarktung des Weins als der Wandersache an sich nützen. Ein pfiffiges Konzept zur besseren Erreichbarkeit von Wanderstart- und zielorten mit der Hilfe des ÖPNV (vor allem im Bereich des südlichen Wasgaus) scheitert an der Bequemlichkeit der Entscheidungsträger. Es ist sicher einfacher auf einen fahrenden Zug (Premiumwanderwege) aufzuspringen, als sich durch neue Ideen von der Masse abzuheben.

An Stelle eines Fernwanderwegs wäre es viel sinnvoller das Geld der
vorgesehenen Investitionen dem Pfälzerwaldverein zu spenden, damit dieser
auch weiterhin - in gewohnt guter Weise - die bestehenden Wanderwege
beschildern und instand halten kann. Die Zufahrtswege zu den Gipfeln der
Haardt sollten für den privaten Verkehr gesperrt werden. Gleichzeitig könnte man das Angebot der sog. "Wanderbusse" ausweiten um diesen Bereich, aber auch den Bereich des südlichen Wasgaus (an allen Tagen) auch ohne Auto erreichbar zu halten. Dies würde messbare Arbeitsplätze schaffen und die Umwelt schonen. Und es würde den Erholungs-/ und Wohlfühlfaktor um einiges steigern.


Daniel Wynne, Waldfischbach- Burgalben
Bernd Hunsicker, Vinningen
www.wandere.net"

Bin jetzt ein bisschen schlauer

Nun weiß ich ja so ungefähr um was es bei dieser Sache geht, und ich muss sagen ich könnte ko**en wenn ich das sehe. Die Natur wird mal wieder so behandelt wie immer. Was nicht passt, das wird halt passend gemacht. Wie armselig sind diese Idioten die das veranlassen eigentlich? Warum muss immer alles, jetzt sogar die Wanderwege, eine Kategorie oder Klasse haben?Ich finde es total respektlos der Natur gegenüber sie einfach so abzuwerten durch Prüfungen in irgendwelchen Kategorien.Leute die das tun und solche die es auch noch ernst nehmen haben meines Erachtens keinen Sinn für die Schönheit der Natur. Jemand der sich für sie interresiert braucht keine Empfehlungen die ihm sagen wo er hingehen soll um schöne Eindrücke zu sammeln.Er plant selbst wohin er geht und macht sich dann sein eigenes Bild. Aber ich will jetzt nicht wieder so viel schreiben wie in dem anderen Thread da wir dann irgendwann vieleicht wieder an der selben Stelle ankommen. Was ich von dem Ganzen halte wisst ihr ja nun.

Und euer Leserbrief ist super.


Gruß, A.B

Hallo

Hallo A.B.,

vielen Dank für die Blumen. Schade nur, das uns die Rheinpfalz nicht unsere URL abgedruckt hat, denn dann würden sicher noch mehr Leute hier diskutieren. Auf dich ist verlass!

Ich sehe schon, wir sind hier einer Meinung. Ich/ Wir sind jetzt nur darauf gespannt, ob andere Leute eine andere Meinung vertreten und uns vielleicht eines besseren belehren.

Allseits schönen Abend noch.

Gruß, Bernd

ohne Titel...

Guten Tag miteinander!
Inzwischen bin ich auch den SCHLUCHTENWEG und die LITERMONTGIPFELTOUR gelaufen, ersterer war etwas mager, letzterer dagegen wirklich ansehnlich. Eine june Familie (Saarland) lief auf meine Empfehlung ebenfalls die Litermontgipfeltour, und vor allem ihre Kinder waren von der Vorführung der "Telegrafenstaion" begeistert. Die wohlverdiente Einkehr dagegen wurde, anstatt "on Tour", nur Restaurants, keine Hütte, in Saarlouis absolviert. Dort ist es natürlich geselliger.
Wie sind EURE Erfahrungen mit "Premium ..."?
Gruß - Wanderhans
PS: In 2007 laufe ich, Ausrüstung wie unter www.wandernmithans.de/RENNST_1/rennst_1.HTM ersichtlich ;-) den RHEINSTEIG, auch "Premium ...". Danach werde ich darüber was ins Forum schreiben. Ich freue mich jedenfalls darauf!

Mal selbst ausprobiert!

Hallo Leute,

bin heute untypischerweise einem lokalen Rundweg gefolgt um mir eine (vielleicht neue) Meinung zum Thema Premiumwanderwege zu bilden. Auf einen Bericht der Rheinpfalz habe ich mich für eine Tour bei Lemberg entschieden. Dort hat man sich 2 Wanderwege zertifizieren lassen: beide mit etwas mehr als 50 von100 möglichen Punkten! Eine Variante davon ist dem gemeinen Pfalzwanderer bekannt (ein Klassiker): Burg Lemberg – Maiblumenfelsen – Burgruine Ruppertsstein – Burg Lemberg (Schon von uns erwandert: http://www.wandere.net/station.php?station=2007). Daher mal was neues (zumindest für mich): Rund um den Rothenberg. Der Wanderer soll am Parkplatz des Freizeitgeländes Lemberger Weiher starten. Nun ja, der eigentliche Rundweg beginnt erst am Sportplatz (oder bei der anderen Variante am Parkplatz der Burg Lemberg) und wer nicht mit ÖPNV anreist sollte auch an den beiden genannten Zielen parken: Der ca. 20-minütige Weg ist ätzend und dient lediglich der Bereicherung der örtlich angesiedelten Einzelhändler.
Zum Rundweg: wie ich es mir dachte: eigentlich verläuft alles auf den bereits vorhandenen und bestens markierten Wanderwegen des PWV. An der Flanke des Rothenbergs anfangs schöne Pfade, später breite Waldwege. Sehr erholsame und mit Ausnahme einiger kleinerer „Stiche“ angenehm zu laufende Strecke bis zum Waldhaus „Drei Buchen“. Auf den letzten 20 Minuten fehlen allerdings ein wenig die Highlights erinnern doch die ersten Minuten des Rundwegs an die Altschlossfelsen.
Von den Drei Buchen geht’s nun wieder zurück Richtung Lemberg. Dabei läuft man einige Zeit auf einem wunderschönen Pfad bergab ins junge Rodalbtal. Dann geht’s auf einem breiten, betonierten Weg einige Zeit weiter entlang der Rodalb. Lässt sich schlecht laufen aber der natürliche Lauf der Rodalb entschädigt dafür. Zum Schluss soll der Wanderer an den Aussichtspunkt auf dem Rothenberg geführt werden. Ich hab mich komplett auf die Markierung (roter Waldgeist oder Geist oder was auch immer  der Rundweg an der Burg Lemberg hat den blauen Waldgeist markiert) verlassen: Und irgendwann hab ich sie nicht gefunden. Zwar hab ich auf dem Weg zurück die Markierung entdeckt (also war ich noch auf der richtigen Stecke) aber wo es weiterging habe ich trotz längerer Suche nicht herausfinden können (Blick auf Karte lohnt auch nur wenn man die ganze Zeit mit Karte läuft: hatte ich aber nicht gemacht, sonst wäre ich auf eigene Faust auf den Aussichtspunkt!). Meinem Instinkt folgend bin ich gefrustet zielstrebig nach Lemberg zurück gelaufen.

Fazit:

1. In diesem konkreten Fall besteht bei der Beschilderung noch Nachholbedarf.
2. Was war jetzt eigentlich neu? Der Wald ist immer da, neue Wege gibt’s auch net. Neue Highlights (wurden – zum Glück – nicht gebaut)? War mir eigentlich vorher schon bekannt.

Also… nichts für mich. Stell mir meine Touren zukünftig wieder selbst zusammen. Die Markierungen des PWV haben mich eigentlich noch nie im Stich gelassen (vielen Dank dafür an die zahlreichen Wegwarte des PWV).

Aber bildet euch selbst eure Meinung…

VG, Bernd


31.03.2010:

Hab auch herausgefunden wie die beiden Wege heißen:

Der Graf-Heinrich-Weg ist der "blaue" und der Rothenberg-Weg ist der "rote".

Bilder oder Netzinfos sind noch nicht verfügbar.

Gruß, Bernd

ohne Titel...

Der Link zum Flyer der Lemberger Premiumwege:

http://www.pirmasens-land.de/images/bgi/dld/Flyer.pdf